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Michaela Hohlstein
Kastenweg 12
96148 Baunach
09544/982462
0179/5237550
mail@hohlstein.info

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Unsere Reitanlage findet ihr am Ende des Örtleinswegs auf der linken Seite.

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Zur Arbeit des Vereins

Neben der Ausbildung von Mensch und Pferd angagiert sich unser Verein auch sozial und nimmt am gemeinde Leben teil. Um euch diese Vielschichtigkeit unserer Vereinsarbeit näher zu bringen, haben wir für euch unter dieser Rubrik kleine informative Berichte über die verschiedenen Aspekte unseres Tuns verfasst.

Fohlenprojekt 2015

alle Jahre:201020112012201520162017
Fohlenprojekt – Syrdash und Leonhard Teil 6
Bericht von Montag, 30.11.2015
Fohlenprojekt – Syrdash und Leonhard Teil 5
Bericht von Samstag, 31.10.2015
Erfahrungsbericht Fohlenregistrierung beim Bayerischen Zuchtverband
Bericht von Montag, 14.09.2015
Horsemanship mit Uwe Weinzierl und wir waren dabei!
Bericht von Montag, 07.09.2015
Fohlenprojekt – Syrdash Teil 3
Bericht von Montag, 27.07.2015
Fohlenprojekt „Syrdash“ – wie alles begann… Teil 2
Bericht von Montag, 13.07.2015
Fohlenprojekt: Syrdash *25.05.2015
Bericht von Montag, 22.06.2015

Fohlenprojekt – Syrdash und Leonhard Teil 6
Bericht von Montag, 30.11.2015

Die wichtigste Aufgabe eines Fohlens ist das Fohlen ABC. Also Hufe geben, Menschen respektieren, sich anbinden und putzen und führen zu lassen.

Am besten übt man das jeden Tag ein paar Minuten. Es ist spannend mit zwei so unterschiedlichen Rassen zu arbeiten.

Syrdash ist als Vollblut sehr temperamentvoll, hitzig, schnell und hibbelig. Sehr interessiert und neugierig und ein richtiger Wusel. Übung hier – nach klar. Podest? Drauf – in den Hänger? Logisch…. Was jetzt noch? Ich kann noch mehr…..

Leonhard ist auch neugierig und interessiert. Aber eben ein Kaltblut. Wenn er steht, dann steht er. Wenn er läuft, dann läuft er und wenn er frisst dann frisst er. Ende. Wir machen die gleichen Übungen – genauso konsequent und in der gleichen Art und Weise. Doch es ist trotzdem anders. Leonhard braucht ein wenig längere Reaktionsszeit und passt dafür aber besser auf. Er ist nicht so ungeduldig und nervt nicht rum. Er macht die Übung auch nur wenn er sie verstanden hat und dann auch auf die kleinste Hilfe. Ist man grob oder ungeduldig, dann macht er gar nichts und denkt sich wahrscheinlich – so kann ich nichts für Dich tun…. Sehr süß.

Syrdash ist sehr flink und schnell und will alles sofort umsetzen. Dafür hampelt er aber auch dauernd herum oder beißt in irgendwas hinein. Wenn nichts weiter da ist nimmt er einfach seinen Strick und kaut darauf rum. Das ist sehr anstrengend, weil man häufig gar nicht so schnell ist….

Also es ist ein sehr abwechslungsreiches Ausbildungspaket was wir uns da angetan haben. Damit die Fohlen die beste Förderung bekommen, führe ich sie tagsüber auf die Fohlenkoppel und am Abend kommen sie wieder in den Stall zur Herde. Somit haben sie viele Komponenten erfüllt. Führtraining, Kindergarten und Herdenalltag.

Damit ist allerdings bald Schluss. Syrdash trinkt noch bei der Mutter. Jetzt ist die Absetzzeit. Tagsüber sind sie schon getrennt und das Gewieher der Mutter ist groß. Die nächsten 4 Wochen werde ich die Fohlen noch in dem Rhythmus weiter führen. Dann muss Syrdash oben bleiben so lange bis sich die Milch zurückgebildet hat und die Mutterstute keine mehr produziert. Das kann Monate dauern, denn sobald er saugt, wird das ja wieder angekurbelt. Also da steht uns eine harte Zeit bevor, denn gerade Syrdash liebt seine Herde und braucht sie auch.

Der Hinweg zur Fohlenkoppel läuft er immer zäh und lustlos. Am Nachmittag dann wieder runter in den Stall ist er kaum zu bremsen. Allein das zeigt, wo er lieber ist und es wird mir schwer ums Herz, dass er dann eine lange Zeit seine Herde nicht sehen kann……

Das Leben ist kein Ponyhof.



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Fohlenprojekt – Syrdash und Leonhard Teil 5
Bericht von Samstag, 31.10.2015

Unser Fohlen Syrdash ist nun schon 5 Monate alt und der Alltag in der Herde ist spannend. Die Mama wird schon immer für ein paar Stunden von ihm getrennt. Auch einmal mit dem Hänger weg gefahren. So sollen Mutter und Kind lernen, dass es normal ist, dass sie nicht immer zusammen sein können. Es klappt gut. Manchmal wiehern sie nacheinander aber das lässt schon alles nach. Syrdash lässt sich auch alleine zum spazieren führen überreden und folgt willig und fröhlich durch die Landschaft.

Die Mutterstute hat auch täglich Mamazeit. Dann darf sie alleine ausgeritten werden und den Kopf frei bekommen. Das tut allen gut. Wenn Syrdash dann alleine in der Herde ist ohne die Mama, nimmt der Rest der Herde den Kleinen super toll auf. Überall hat er Onkels und Tanten. Vor allem Odin schaut immer gerne, dass alles passt und stupst ihn vor sich her. Weg vom Zaun oder eher zentral in die Gruppe. Samarkand ist sein ausgesuchter Spielpartner. Er neckt ihn und will zum spielen animieren. Samarkand ist dann immer überfordert und macht nur sehr zögerlich das Steigen mit, als wenn er Angst hat ihm was anzutun. China wiederum wird immer von Syrdash angegraben und die quietscht dann vor sich hin. Sehr lustig. Wenn man viel Zeit hätte, könnte man stundenlang zusehen.

Es war ja klar, dass Syrdash einen Spielkameraden braucht. Und weil wir nicht einfach ein Fohlen zukaufen, haben wir uns einen Plan überlegt. Was ist denn in ca. 4 Jahren wenn die Fohlen eingeritten werden und in die Arbeit kommen? Wahrscheinlich sind wir da gerade im Umzug auf das neue Gelände und werden dann ja auch unser Angebot erweitern. Wir möchten gerne auch das therapeutische Reiten anbieten und haben dazu 2 in Frage kommende Pferde. Doch die Arbeit ist anstrengend und Nachwuchs immer wichtig in Petto zu haben.

Deshalb haben wir für die langfristige Planung entschieden, ein Therapiepferd groß zu ziehen. Ein Kaltblut soll es sein. Ein Noriker. Gezielt haben wir beim Züchter einen gesucht und gefunden. Leonhard. Er kommt aus Österreich und ist 7 Monate alt. Direkt von der Alm zu uns nach Baunach. Gerade frisch von der Mama abgesetzt.

Vor 14 Tagen haben wir ihn geholt und erst einmal 1 Woche neben die Herde gestellt. Immer wieder Kindergarten von 8 – 12.00 Uhr durfte Syrdash zu ihm rein. Das war beiden überhaupt nicht geheuer. Nachmittags wechselten wir gutmütige Herdenmitglieder einzeln zu ihm. So konnten sich alle entspannt aneinander gewöhnen.

Nach 1 Woche war es soweit. Die meisten Pferde waren im Schulbetrieb und die „netten“ verbliebenen machten einen gelassenen Eindruck. Also Tore auf und alle zusammen. Gespannt schauten wir zu. Alles cool….. Neugierig erkundete Leonhard sein neues Zuhause und die anderen Pferde. Solange er gut Abstand hielt machte auch keiner Stress. Merlin adoptierte ihn gleich und machte Fellpflege. Ebenso wie Herr Tinker.

Dann kamen alle vom Ausritt zurück. Einzeln ließen wir die Pferde in die Herde. Immer nacheinander im Abstand von 10 Minuten um zu sehen ob eine wilde Jagd auf den Kleinen losgeht. Doch nichts davon. Es klappte super. Wir konnten ihn sogar über Nacht drin lassen. Er kam zwar nicht zum Schlafen und war 2 Tage todmüde, aber er war bereits früh mit am Fressständer und als wir ihn zum Schlafen separieren wollten stand er nur am Tor und wollte wieder zur neuen Familie. Gut ein paar Biss und Schlagwunden – doch das ist normal und nichts Ernstes. Es war alles super. Integration leicht gemacht.

Nun gibt es die Mammutaufgabe der Erziehung von einem Kaltblut, der in ein paar Jahren 750 kg wiegen wird. Das Führen beibringen, das sensible Reagieren auf Hilfen, Hufe heben und halten und den Menschen nicht umrennen. Diese einfachen Regeln beginnen jetzt und wie das alles weitergeht erzähle ich in der nächsten Folge.

(FOTOS)






Aktuelle Termine:

Donnerstag, 05.11.2015 ab 13.30 Uhr Reiten
Freitag, 06.11.2015 ab 13.45 Uhr Reiten
Samstag, 07.11.2015 ab 9.00 Uhr Reiten und
Montag 09.11.2015 ab 15.00 Uhr Reiten
Dienstag, 10.11.2015 ab 15.00 Uhr Reiten
Mittwoch, 11.11.2015 ab 17.00 Uhr St. Martinsumzug am Marktplatz





Vorschau:


Adventsfenster 05.11.2015 17.00 Uhr

Wir öffnen das 5. Fenster vom Stadtadventskalender mit Vorführung und Glühwein und Plätzchen. Tassen sind mitzubringen.



Weihnachtsmarkt 06.11.2015 10 – 19.00 Uhr

Jedes Jahr ist unser hausgemachter Apfelpunsch und Orangenpunsch der Renner. Mit Pommes und Waffeln können Grundlagen gelegt werden. Kinder kommen mit Kinderpunsch nicht zu kurz.

Wir freuen uns auf Euch!


Eine fröhliche Woche wünscht
Michaela Hohlstein 0179-5237550
mail@hohlstein.info
www.pferdepartner-franken.de



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Erfahrungsbericht Fohlenregistrierung beim Bayerischen Zuchtverband
Bericht von Montag, 14.09.2015

Unser Fohlen Syrdash benötigt einen Pass. Da gibt es zwei Möglichkeiten. Chipen lassen und beim Verband anmelden, dann erhält das Pferd einen Equidenpass. Oder im Zuchtbuch eintragen lassen. Dazu muss das Fohlen zu einer Fohlenregistrierung. Selbstverständlich haben wir das volle Programm durchgezogen.

Sind dem Bayerischen Zuchtverband für Kleinpferde und Spezialrassen beigetreten, haben alle Unterlagen von den Elterntieren eingereicht, die Geburtsbescheinigung und den Deckschein. Nun konnte es losgehen.

Zum Glück haben wir schon durch das Deutsche Reitabzeichen kennengelernt, dass es beim Verband der FN sehr schick und ordentlich zugeht. Deshalb haben wir uns ran gehalten. Halfter mit Straßbesatz, einflechten der Pferde, Shampoo und Glanzspray, weiße Handschuhe des Führers sowie alle gleich angezogen. Weiße Hose und gleiches Polo. Natürlich extra dafür angefertigt und bestickt. Wir waren sehr aufgeregt. Die Trensen wurden geputzt und gefettet damit ja alles passt. Das war unser erstes Mal.

Für so eine „Musterung“ geht es für die Pferde in die sogenannte Dreiecksbahn. Im Schritt von den Richtern weg und auf die Richter zu. Das Fohlen darf frei neben der Mutter laufen. Dann stellt sich die Mutter links offen seitlich gestellt zu den Richtern auf und wird bewertet. Dann im Trab 2 x um die Dreiecksbahn und rechts offen seitlich aufgestellt. Ebenso dann das Fohlen zur Musterung. Danach bekommt man Punkte und das Fohlen wird gechipt mittels Transponder und bekommt sein Brandzeichen wenn gewünscht.

Normalerweise ist alles geschmückt und festlich und hat einen feierlichen Rahmen. Wir wollten also alles richtig machen und reisten 2 Std. vorher an um uns einzugewöhnen und möglichst nicht mit unserem Unwissen aufzufallen. Da meine Stute Darakhshan in der Gelassenheitsprüfung eine 1,0 erzielt hat ist sie sehr cool. Aufgeregt aber diszipliniert und hört auf mich. Es bringt sie also nicht alles gleich in Rage. Syrdash kommt nach seiner Mutter und da ich täglich 3 x mit ihm arbeite ist er sehr gut erzogen und gelassen und hampeln nicht so wild herum wie man das häufig so sieht. Das ist zwar wild und toll aber alles andere als man sich das so wünscht als Pferdeführer.

Wir kamen an einen Stall an dem nichts los war. Zwei sehr nette Stallhelfer empfingen uns quasi mit den Worten, der Chef ist nicht da, wir wären zu früh und man wisse nichts. OK. Vielleicht war das ja der falsche Teil des Hofes und auf der anderen Seite war die große geschmückte Halle? Wir luden erstmal aus und durften unsere beiden Schützlinge in die kleine Halle stellen. Hier sah es aus wie bei uns. Irgendwie selbst gebaut, klein und liebevoll. Es standen Pylonen rum und Darakhshan und Syrdash fühlten sich gleich wohl. Na toll. Das frisch gewaschene Pferd wälzte sich gleich mal…. Aber meine Mädels polierten sie wieder auf Hochglanz. Gott sei Dank eskortierten mich Linda, Celina, Ronja und Haakon sowie Erich, mein Mann. Denn die aufgeregteste war wieder einmal ich selbst.

Nach 2 Stunden kam der 1. Richter. Sehr nett und die Ruhe selbst. Kommt denn sonst kein Fohlen? Ah… ein weiterer Hänger. Auch eine Spezialrasse. Hier ein Paso Fino. Da wir als die weitesten Gäste anreisten. durften wir als Erste starten. Die Damen vom Bayerischen Zuchtverband für Spezialrassen waren unglaublich nett und nahmen einem gleich die Aufregung. Sie nahmen bei der Mutterstute Maß und ich durfte in die Halle. Wir blieben also in dieser kleinen Halle. Keine Dreiecksbahn? Hier kann man aber nicht gut Schwung holen….

Ich könnte das Halfter dran lassen. OK. Keine Trense. Uns ist das egal. Sie läuft auch ganz frei neben mir. Auf die Richter und und wieder zurück und das ganze 2 x. Dann aufstellen und dann im Trab und wieder aufstellen. Dann Freilauf in Trab und Galopp. Leider ging das in der kleinen Halle wo die Pylonen standen und die Jury (ich wollte ja nicht vor denen zum Hilfen geben her laufen – es hätte die Sicht auf die Pferde versperrt) nicht so toll. Das Fohlen lief ständig vor der Mutter kreuz und quer und sie musste dauernd bremsen. Wieder aufstellen und zack war es auch schon vorbei. Das Urteil war Darakhshan 7,2 und Syrdash 7,3. Das sind nicht so die allerbesten Noten dachte ich mir. Die Erklärungen der Jury waren, dass die Gänge nicht so schwebend und aktiv waren und die Halsung besser sein könnte. Ebenso, dass bei dem Fohlen der Ausdruck männlicher sein dürfte und auch wenn der Hirschhals bei Achal Tekkinern rassetypisch wäre es sehr aufgesetzt wirkt. Und mehr Ausdruck wäre gewünscht.

So… das hab ich alles gehört aber nicht wirklich verstanden… das sind doch gute Sachen für Achal Tekkiner. Ich rief also bekannte Züchter an und erzählte Ihnen alles. Au weia. Da war das Geschimpfe aber groß. Achal Tekkiner haben sehr flache Gänge weil Sie weite Distanzen laufen. Das ist energiesparend und rassetypisch. Ebenso die hoch aufgesetzten Hälse. Eine entspannte Haltung zeigt von guter Erziehung. Alles gut. Die haben keine Ahnung und ich soll gleich wieder vom Verband austreten! Nun, das mache ich natürlich nicht, denn die Wahrheit liegt immer dazwischen. Jeder gibt sein Bestes und man muss sehen wie man damit klar kommt.

Das meine beiden jetzt nicht wie wilde Kriegspferde aussahen liegt an Ihrer guten Erziehung, die Sie gelassen und daher vielleicht ein wenig „gelangweilt“ wirken lassen. Vor allem in einer Umgebung die wenig spektakulär und aufregend wirkte. Eher wie bei uns zuhause. Da bläht ja keiner die Nüstern auf und spannt sich von der Schweifwurzel bis zur Haarspitze an. Ebenso habe ich mich gefragt, wie man eine Stute, die noch Milch gibt und ganz anders aussieht als im normalen Zustand bewertet. Sie ist viel massiger und vor allem auch müder und der Ausdruck sehr mütterlich. Ebenso sind die Gänge nicht so geschmeidig – die Mutterbänder müssen sich ja erst wieder erholen. Wer schon mal schwanger war, also ich selbst habe ja 4 Kinder, weiß wovon ich rede. Die eigene Fitness ist da noch lange nicht so wie erwünscht. Das spielte wohl in die Bewertung auch nicht ein. Denn letztlich hat das Gangbild die Note der Stute nach unten gezogen. Eine 6 für Gang… Gesamteindruck war 8. Aber wenn das Fohlen die Stute beim Freilauf dauernd ausbremst ist es auch nicht gut zu sehen.

Nun frage ich mich gerade, was wohl für ein Zuchttier besser ist, gute Erziehung oder gute Erscheinung? Charisma ist natürlich wichtig. In einer Atmosphäre, die dann auch Anspannung erzeugt, wie extra geschmückte Hallen und Lautsprecher usw. klappt das auch besser. Obwohl meine Stute ja auch in solchen Situation die Ruhe selbst ist. Da ich mich persönlich überhaupt nicht auskenne, werde ich also beim nächsten Europäischen Achal Tekkiner Championat meine beiden Herzenspferde nochmal prüfen lassen. Da sind verschiedene Richter aus mehreren Nationen. Dann kommt die Wahrheit ans Licht. Ich höre ja immer wieder, dass in Frankreich, Belgien oder Russland untereinander ganz verschieden gepunktet wird. Das hängt wohl immer auch von den Richtern ab, die auch Ihre eigenen Ideale haben. Spannend!!!

Bekannte Züchter haben jetzt getrennt voneinander Urteile abgegeben die zwischen 7,5 und 8,2 liegen…. Da ist ja von der jetzigen Bewertung Luft nach oben.

Meine Delegation war etwas enttäuscht, da Sie nicht das gesehen hatten was wir erwartet haben. Schicki Micki und viel Tamm tamm. Auf jeden Fall sind wir eine Erfahrung reicher und ich bin sehr glücklich, dass ich mit meinen Pferden alles machen kann überall hin kann. Ich kann mich 100 % auf sie verlassen. Das ist wunderschön.

FAZIT:
Warum tut man sich das alles an? Ich werde keine Züchterin werden und es ist auch nicht mein Bestreben meine Stute als Deckstute ein Fohlen nach dem anderen austragen zu lassen. Sie ist meine Partnerin und mein Reitpferd. Also aus Liebhaberei vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Wozu also der ganze Aufriss?

Aus einer Verpflichtung heraus. Wer ein so seltenes Tier besitzt tut das nur, weil er ein Idealist ist. Damit sollte er am Fortbestand interessiert sein. Auch, dass jeder weiß, dass es das Tier gibt und vor allem zum Austausch in Vereinen und Verbänden. Ich selbst bin davon überzeugt, wenn jeder seinen Anteil beiträgt, können tolle Dinge entstehen. Auch wenn ich nie tief in die Materie einsteigen werde, habe ich einen wichtigen Beitrag geleistet. Immer zu schimpfen nutzt nichts. Tun muss man was. Auch im Bayerischen Zuchtverband. Wie sollen die denn mehr Erfahrung sammeln, wenn man sie nicht mit einbezieht. Ebenso freue ich mich auf die Europäischen Championate und bedanke mich bei allen Achal Tekkiner Freunden, die mir jede Frage beantworten, jede Mitteilung übersetzen und vor allem geduldig meinem Unwissen begegnen. Es ist ein schönes Gefühl so kompetente und freundliche Ansprechpartner zu haben.



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Horsemanship mit Uwe Weinzierl und wir waren dabei!
Bericht von Montag, 07.09.2015

Ein erlebnisreiches Wochenende liegt hinter uns. Uwe Weinzierl, derjenige, der vor 4 Jahren unsere Leidenschaft für Horsemanship (Kommunikation mit dem Pferd) geweckt hatte, kam nach Leimershof.
Selbstverständlich bewarb ich mich gleich mit Paco, der sich nicht gut verladen lässt. Rein ja aber gleich wieder raus - also er bleibt nicht im Hänger und wir können ihn nirgendwo mit hin nehmen.
Gleichzeitig hätte ich Darakhshan für Liberty (Freiheitsdressur). Allerdings hat sie ja das Fohlen bei Fuß und damit hört Sie natürlich nicht so aufmerksam zu wie sonst. Also eher weniger – denn dann auch noch in fremder Umgebung….. ob das gut gehen könnte?.
Uwe war begeistert. Fohlen bei Fuß? Gab es noch nie. Wir sollen alle kommen.
Gesagt getan. Paco wurde rüber geritten und Atreju und Samarkand begleiteten ihn als moralische Unterstützung. Darakhshan und Syrdash durften mit dem Hänger zur Show fahren.
Uwe führte mit seinen Azubis und Trainern durch einen bunten Abend bei über 80 Gästen. Kommunikation mit dem Pferd war das Thema. Wir sind Mama und Papa und das macht es dem Pferd so leicht uns zu folgen.
Ich durfte mit Darakhshan dann die Freiheitsdressur zeigen und sie hörte auch zu. Nicht immer gleich, aber für die Situation, dass sie fremd war, 4 fremde Pferde direkt daneben und so viele Zuschauer ganz nah bei Ihrem Fohlen waren, UNGLAUBLICH!!! Jeder hätte es verstanden, wenn Sie Ihren Mutterpflichten nachgekommen wäre und Syrdash beschützt hätte. Aber die 2 Rampensäue haben sich das nicht nehmen lassen dem Publikum was zu bieten. Ich bin sehr stolz auf die Beiden. Es klappte nicht wie zu Hause, doch wer erwartet das schon? Ich habe geweint vor lauter Freude! Ich glaube ich war sowieso viel aufgeregter als die beiden zusammen.
Paco war als letzter dran. Uwe sah ihm sofort an, dass das haarig werden könnte und zog ein anderes Verladepferd vor. Dünnhäutigem Publikum schlug er dann auch vor, dies in guter Erinnerung zu behalten und bei Paco dann die Halle zu verlassen. Das würde Diskussionen zwischen ihm und Paco geben. Die gab es dann auch. Letztlich konnten wir das Ziel, Klappe hinten zu... nicht erreichen. Trotzdem schaffte Uwe es, ihn in den Hänger zu bekommen und auch in Ruhe einmal mehrere Sekunden drin zu stehen um ihn dann selbst zurückzuschicken. Doch auch Uwe meinte, dass es hier nur ein Etappenziel wäre und der Abend nicht mehr hergeben könnte. Einmal von der Zeit und zum anderen wegen des Risikofaktors.
Wir selbst sind begeistert, wie toll unsere Pferde immer mitmachen. Am Sonntag nahmen wir früh vor dem Nachhauseritt noch eine Springstunde in Leimershof. Der große Außenreitplatz mit dem Parcours lässt alles Sprungbegeisterten aufjuchzen. Paco, Sammy und Atreju hatten Ihren Spaß und wir auch. Danke, Ihr Leimershofer, dass Ihr uns immer Willkommen heißt.



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Fohlenprojekt – Syrdash Teil 3
Bericht von Montag, 27.07.2015

Es war soweit. Am späten Mittag verließ er das erste Mal den geschützten Stall. Über einen großen Baumstamm musste er klettern um in den Auslauf zu kommen. Dieser wurde fohlensicher verbrettert, damit er nicht durchschlupfen kann und sich somit verletzen würde.

Gesagt, getan…. Er kletterte mit Hilfe darüber und stand auf einmal den ersten Pferden aus der Herde gegenüber. Was für ein Moment. Die Pferde waren völlig erschrocken. Püppi sprang als erstes zurück und war ganz baff. Samarkand und China und Nalfa drängten sich an den Zaun. In dem Moment wurde mir bewusst, dass die Herde tatsächlich nichts aber auch gar nichts von der Geburt mitbekommen hatte. Deshalb war auch alles so ruhig und wie immer. Der Kleine schaute ganz verdutzt zu seiner neuen Familie und die Familie drängte sich dicht an dicht an den Zaun. Die stolze Mutter Darakhshan schickte ihr Fohlen immer wieder Richtung Zaun und stupste ihn richtig an wenn er zurück wollte… so in der Art: „Seht her was ich tolles gemacht habe“… es war unglaublich ergreifend wie sie sich bemühten ihn anschnüffeln zu können. Doch dafür war es uns zu früh.

Und nicht zu Ende gedacht kam auch schon Janka an den Zaun. Janka hatte bereits ein Fohlen und dann rastete sie total aus. Sie wollte mit aller Gewalt zum Fohlen. Dazu muss man wissen, dass Janka sehr rangniedrig ist und immer weg läuft wenn es brenzlig wird. Sie darf nicht mit ans Futter wenn die ranghöheren da sind usw. Doch auf einmal wurde Sie zur Löwin. Sie prügelte alle weg – selbst den Herdenchef. Alles war Ihr egal. Sie musste zu dem Fohlen. Mit der Brust warf Sie sich ständig gegen den Zaun und mal ehrlich, wenn ein Pferd wohin will, dann wird ein Bretterzaun es nicht aufhalten. Fast panisch holten wir Halfter und wollten Sie weg führen in den anderen Stalltrakt. Doch das lies Sie nicht mit sich machen. Sie riss sich los und stürmte zurück. Wir hatten schon leichte Anflüge von Panik bis mein Mann Sie den ganzen Weg rückwärts schickte– also tatsächlich im Rückwärtsgang bis zu einem sicheren Trakt, wo Sie sich erstmal beruhigen konnte.

Uff…. Man rechnet ja echt mit allem doch das war schon gewaltig. Version 1 könnte sein, dass Sie unbedingt das Fohlen haben wollte, Version 2 aber auch, dass Sie der Erstlingsmama helfen wollte. Beides passiert in freier Wildbahn. Entweder klauen die Stuten sich auch mal Fohlen oder Sie wollen einfach unterstützen. Die guten Tanten quasi.

Nun, es kam nichtmehr weiter vor. War nur der erste Moment. Seitdem pilgern die Pferde immer am Zaun auf und ab und weichen zum Teil nicht weg. Ein großer Wunsch entstand in der Herde zum Fohlen zu dürfen. Sehr herzig. Doch das war uns viel zu gefährlich. Der Kleine ist ja noch so wackelig und die Herde schon auch heftig und nicht so viel Platz und wenn die sich jagen…. Ne ne ne. Die sollen auf der großen Sommerkoppel zusammen kommen und sich beschnuffeln. Schritt für Schritt.

So ging unser erster Tag langsam zu Ende. Immer wieder aufstehen und saufen, überall streicheln, Halfter an und ab und wieder schlafen.

Am zweiten Tag war er schon munterer und gut unterwegs. Wir übten gleich wieder Halfter an und ab und anfassen und Hufe heben. Schließlich kam in 10 Tagen der Schmied und da muss das klappen. Das ist das wichtigste für den Hufschmied, dass die Pferde das von Anfang an lernen und nicht rumzappeln. Fohlenhufe müssen gleich von Beginn an beobachtet und gepflegt werden. Also ein wenig nachraspeln um evtl. Fehlstellungen vorzubeugen.

Dann ging es auch schon mal auf die Koppel. Halfter verbindet Syrdash gleich mit Spaziergängen und freut sich drauf. Das ist ein guter Anfang. Halfter = Aktion und was Schönes. So muss das sein. In den darauffolgenden Tagen kam er gleich immer zu mir, wenn er das Halfter gesehen hat. Da geht einem echt das Herz auf. Von Anfang an lernte er dabei ruhig zu stehen bis es angelegt und eingehakt ist und ebenso beim ab nehmen. Warten und Geduld haben. Das ist an manchen Tagen nicht so leicht gewesen, aber er hat es ganz schnell gelernt und ist ganz brav.

Alles so weit so gut. Also können doch die ersten Tanten mal mit auf die Koppel. Zuerst entschied ich mich für Nalfa. Eine erfahrene Fjordstute, die schon Fohlen großgezogen hat und immer alle Neuankömmlinge in der Herde adoptiert. Deshalb nennen wir sie liebevoll Oma.

Darakhshan schlug Nalfa gleich weg und Nalfa duldete es und hielt Abstand. So war es mit jeder weiteren Stute die wir dazu stellten. Keiner durfte sich nähern. Mit den Wallachen war es noch schlimmer. Die wollten schon gar nicht mehr dazu, denn ihnen war es unheimlich mit Mutter und Kind. Sie liefen immer zum Tor so nach dem Motto „Hol mich raus… bring mich hier weg.“ Sehr lustig. Nix… da muss man durch. Mit gefangen, mit gehangen.

Doch ich merkte immer mehr, dass es nichts bringt einzelne Pferde dazu zu stellen. Die Mutter kann sie immer wegschlagen. Also stellte ich auf einen Schlag einfach mal 4 – 5 Pferde dazu. Aha….. nun ging das nicht mehr. Es war zwar Stress für die Mutterstute, aber auf einmal bewegte sich was. Die ein oder andere durfte dann auch mal hin und schnuffeln. Sehr süß.

Ebenso nutzten wir schon die Gelegenheit und führten nicht nur vom Boden sondern auch per Pferd – nennt sich Handpferdreiten. Syrdash soll von Anfang an lernen bei den Ausritten dabei zu sein. So lernt er alles schon einmal spielerisch kennen. Autos, Bodenunebenheiten, Planen, Wohngebiet usw….. Die Leute die mich in Baunach mit ihm immer spazieren sehen finden das lustig und süß. Oft sehe ich auch, dass Sie Ihre Hunde animieren nicht zu bellen und artig zu sein.

Ihr lieben Baunacher… Wenn Ihr mich mit dem Fohlen seht dürft Ihr so weitermachen wie immer. Die Hunde bellen, den Regenschirm aufspannen. Den Rasenmäher anschmeißen. Denn wir sind im Training. Lebensfähig muss er werden. Danke, dass Ihr immer so viel Rücksicht nehmt. Das ist super, wenn wir mit den Schülern unterwegs sind. Vor allem mit den Ponys und Kindern. Ihr macht häufig den Motor aus und haltet viel Abstand. Das ist toll und wir freuen uns darüber. Bei dem Fohlen wollen wir ein wenig Abhärtung. Also ganz normaler Umgang quasi. Das macht ihn irgendwann zu einem verlässlichen und mutigen Partner für uns Reiter.

Und wie es mit unserem Fohlen, das gefühlt schon doppelt so groß ist wie am Tag der Geburt alles erleben, lest Ihr im nächsten Teil…



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Fohlenprojekt „Syrdash“ – wie alles begann… Teil 2
Bericht von Montag, 13.07.2015

Die meisten Pferde waren auf Wanderritt und im Stall gähnende Langeweile. Eigentlich perfekt zum abfohlen. Wir beobachteten Darakhshan genau und die Milch lief auch schon aus dem Euter, obwohl noch 2 Wochen Zeit wäre. Am Abend vom Pfingstsonntag war Sie unruhig und hob immer den Schweif….. Ich habe gleich die Tierärztin gerufen was das sein könnte. Alles, meinte diese…. Kann losgehen oder noch 2 Wochen dauern.

Dann riefen die Mädchen an. Ich muss Pferde tauschen. Jetzt? Jetzt will ich bei meinem Pferd bleiben. Na was soll´s. Also Hänger geschnappt und losgefahren. Als ich zurück war waren die Symptome weg und Darakhshan stand friedlich in Ihrem abgetrennten Abfohlstall.

Ich wollte im Stall schlafen, doch Erich meinte, das könnte ich die nächsten 2 Wochen nicht machen und es sieht jetzt ja nicht so aus als würde es los gehen. Am Pfingstmontag in aller Früh um 5.30 Uhr – wie immer, lief ich in den Stall. Sie stand einfach da und ich dachte OK… doch nix gewesen. Die verbliebene Herde war ruhig. Normal müsste ja Rabatz sein und Aufruhr. Alles friedlich. Umso näher ich dem Stall kam umso mehr musste ich die Luft anhalten. Es war ein kleiner dunkler Fleck im Stroh. Das wird doch nicht???? Oh mein Gott…. Das wird doch nicht das Fohlen sein?

Ja… da lag es. Einfach so…. Ich begrüßte meine Stute und erkannte, dass Sie scheinbar wohlauf ist. Sie stand recht relaxed da. Dann ging ich gleich zu dem Häufchen neues Pferd das da im Stroh lag. Trockengeleckt, schlafend, Haut und Knochen…. Lebt es? Es sah nicht so lebendig aus ehrlich gesagt. Wie lange liegt es schon? Alles gut gegangen? Muss es nicht gleich trinken? Mir schoss alles durch den Kopf. Nur die Ruhe bewahren dachte ich. Ruf ich jemand an? Nein. Ich atmete tief durch. Ich wollte diesen Moment bewusst jetzt für uns Drei. Nur keine Panik.

Also kniete ich mich zu dem Wunder der Natur. Ich erzählte ihm wer ich bin und dass es herzlich willkommen ist. Wusste ja nicht ob Stute oder Hengst deshalb „Es“. War mir auch egal in dem Moment. Hauptsache gesund wie das eben so ist. Ich streichelte es und fasste es überall an. Viele Minuten hielt ich so inne und gab ihm durch meine Erzählungen das Gefühl, dass er hier zu Hause ist und wir seine Familie sind. Es einmal von mir geritten wird und wir ein Top Team werden. Aus den Augenwinkeln erkannte ich die Nachgeburt und im Stall sah auch alles OK aus. Also ist die Geburt wohl ordentlich verlaufen.

Was hört man nicht alles…. Die Stuten schlagen die Fohlen weg oder haben keine Milch usw. Ich habe täglich mit der Mutterstute geübt. Immer ans Euter gefasst und auch mal dran gezogen so dass die Berührungen für Sie nichts Unbekanntes sind.

Dann schritten wir zur Tat. Aufstehen Du süßer Fratz. Du musst trinken. Wenn ich nicht viel weiß über Geburten, aber die Fohlen müssen in den ersten Stunden trinken und das Fohlenpech ausscheiden. Das ist super wichtig und ich wusste ja nicht wie lange es so schon da lag. Es sah ja nicht sehr lebendig aus ehrlich gesagt. Vielleicht hat es ja schon probiert aufzustehen und es hat nicht geklappt? Wer weis das schon.

Also munterte ich das Häufchen Elend auf sich zu bewegen. Ach herrje. Tatsächlich zuckte es rum und fiel mit seinen Gräten ständig wieder um. Der Boden war ja so tief eingestreut was in dem Fall super kontraproduktiv war. Dann stütze ich es so gut ich konnte und versuchte ihn zur Mama zu bucksieren. Zum Glück ist Darakhshan die beste Mama der Welt. Ganz selbstverständlich blieb sie stehen. Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass als ich kam, folgende Sprechblase aus Ihrem Gesicht zu lesen war. „Gott sein Dank, da kommst Du. Schau mal….. heute ist was passiert. Da liegt was und wie geht es jetzt weiter?“ Ratlosigkeit. Das Gesicht sprach Bände. Wer mein Pferd und mich kennt weis, dass sie immer wiehert wenn ich komme und wir eng verbunden sind.

Sie stand und ich versuchte das Maul zum Euter zu bringen. Nicht so einfach aber es klappte und sie ließ es trinken. Uff….. keine Katastrophen… es war zu schön um wahr zu sein. Nun spitzte ich einmal um zu sehen was es wurde. Ein Hengst. Dann krachte er zusammen und schlief in meinen Armen auf meinem Schoß. Das war übrigens dann auch schon der Tagesablauf. Ich saß den ganzen Tag im Stall und kuschelte ihn oder achtete darauf dass er ständig trinkt. Ich erzählte ihm die tollsten Geschichten von seiner Herde und seinem zukünftigen Leben. Das ist eine wichtige Prägung dachte ich. Der Mama machte ich die tollsten Komplimente und fütterte und massierte sie. Als Mama von 4 Kindern weis ich wie man sich nach Geburten fühlt.

Dann nahm ich mein Handy und rief meinen Mann an. „Er ist da….“ Mehr war nicht nötig. Ich schickte das Foto an die Mädels und unseren engsten Kreis. Alle waren super erschrocken weil er so „unlebendig“ aussah, dachten aber wenn ich nicht völlig ausflippe wird schon alles in Ordnung sein.

Sofort nach dem Trinken legte ich ihm das Halfter an. Er war ja noch relativ wehrlos am ersten Tag. Wenn er wach wurde, machte ich es wieder ab. Er lernte also sofort, dass das Halfter zu seinem Leben gehört und der Mensch es anmacht und abmacht und das alles gut ist. Überall fasste ich ihn an und deckte ihn mit etwas zu und wieder auf und drückte an seinen Beinen und Hufen und langte ins Maul und in die Ohren. Damit er gleich weis, dass alles gut ist und er sich nicht fürchten muss.

Er torkelte wie betrunken in diesem Stück Stall herum. Dann, nach ca. 3 – 4 Stunden wurde das schon stabiler und am späten Mittag traute er sich bereits in den Auslauf. Dazu musste er aber über einen Baumstamm – da half ich lieber mal. Und jetzt kommt was ganz irres. Die Herde sah ihn…. Und wie die Geschichte weitergeht, erfahren wir im nächsten Bericht.



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Fohlenprojekt: Syrdash *25.05.2015
Bericht von Montag, 22.06.2015

Unser Fohlenprojekt geht weiter…. Wir haben vor 5 Jahren ein Projekt gestartet. Das Fohlenprojekt. Unser Paco kam mit Mutter Janka mit 3 Monaten zu uns. Eine enorme Aufgabe kam auf uns zu. Das Absetzen von der Mutter nach 6 Monaten und dann die Erziehung des jungen Kerls. Meistens hat er uns alles abverlangt was in unserer Macht stand. Und trotzdem sind wir die 5 Jahre miteinander gegangen und er wird mehr und mehr zu einem Reitschulpferd. Mittlerweile hat er bereits Fans weil er so toll zu reiten ist. Viel Arbeit. Täglich über jetzt 5 Jahre stecken da drin. Nebenher haben wir eine damals 2 jährige, zwei 3 jährige und dazwischen eine 1 jährige ausgebildet, die alle im Schulbetrieb integriert sind und einen tollen Job machen.

Ein Jungpferd auszubilden ist das eine. Ein Fohlen aufzuziehen das andere. Wir haben vor vielen Jahren bereits den Wunsch gehabt ein Fohlen direkt mit der Trächtigkeit der Stute zu begleiten. Hierfür wurde Darakshshan unsere Jungstute 4 jährig gedeckt. Bereits die Zeit der Trächtigkeit war spannend für das Vereinsleben. Wie entwickelt sich die Stute und vor allem wie kann Sie noch eingesetzt werden und warum? Immer begleitet von unseren Fachleuten, die uns ja ohnehin dauerhaft betreuen. Trainer, Hufschmied, Osteopathen und Tierärzte.

Die Herde hat sich sehr verändert. Das Verhalten der Mutterstute auch. Alles wurde anders und wir dachten manchmal die ganze Herde ist schwanger. Wir nahmen die Schüler mit auf die Reise und erklärten immer warum welches Pferd sich jetzt so verhält und was wir beobachten und lernen können. Es war unglaublich spannend.

Als es zum Ende zuging waren wir alle auf Hab acht Stellung doch wir wollten die Mutterstute nicht bedrängen und schafften Ihr einen Stall für sich allein um die letzten Tage oder Wochen – wer weiß das schon – einen Rückzugsort zu haben. Pfingstmontag war es soweit. Syrdash lag im Stroh. Allen ging es gut und wir waren überglücklich. Wir fanden ihn noch liegend aber bereits trockengeleckt und halfen ihn zum ersten säugen zur Mutterstute.

Unsere Schüler sind die besten der Welt. Kein hingerenne, kein angrapschen, keine komischen Fütterungsversuche…. Von der Ferne spitzten sie und versuchten ihn zu sehen. Erst ein Auffordern dass sie zum Zaun dürfen lies sie näher treten. Wir haben Ihnen erklärt, dass es wichtig ist Abstand wegen der Prägungsphase zu halten. Nach ein paar Tagen durften ihn die ersten auch anfassen. Unsere Schüler lernen so viel Wertschätzung mit dem Pferd, dass es selbstverständlich für sie ist dies zu respektieren. Ich bin ganz stolz auf alle unsere Mitglieder, denen die Philosophie hier in Fleisch und Blut übergegangen ist. Selbstverständlich ist das nämlich nicht.

Und hier der Appell an alle Besucher, Spaziergänger usw. Bitte nicht füttern! Nicht anfassen oder versuchen zu streicheln. Fohlen sind wie kleine Kinder. Mütter wollen Ihre Kinder schützen. Also wer nicht gezwickt werden will sollte seine Hände nicht durch den Zaun stecken. Pferde sind sehr anfällig beim Futter. Bitte nichts aber auch gar nichts füttern!

Syrdash wird auf einer entfernten Koppel aufwachsen. Artgerecht mit Spielkameraden. Er wird nicht in die Herde integriert werden, sondern immer nur auszugsweise mit einigen von Ihnen die Urlaub vom Schulbetrieb haben. Als Hengst darf er dann zur Arbeit oder später zu den Ausritten mitkommen. Wir werden sehen wo die Reise mit ihm hingeht.

Er lernt das Fohlen ABC und was das alles bedeutet und was wir seit dem Tag seiner Geburt mit ihm machen erzähle ich in den nächsten Wochen.



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